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Es gibt eine neue „Serie“ beim Composers Club e.V.:
„CC-Mitglieder im Portrait“! Wir möchten euch auf diese Weise einige unserer Mitglieder in unregelmäßigen Abständen und loser Reihenfolge auf unserer Homepage und auch auf Social Media (Facebook und LinkedIn) vorstellen. Das macht den Composers Club auch persönlicher und „anfassbarer“. Den Anfang macht unser Mitglied Paul J. Berentzen (ehemals Stark).


(Foto: Paul J. Berentzen, privat)

Bei diesem Namen denken viele bestimmt erst einmal an ein Getränk aus dem Norden Deutschlands… Und aus dem Norden stammt Paul Johannes Berentzen tatsächlich, den es allerdings nachhaltig in den Süden gezogen hat. Nach fast zwanzig Jahren München verlegte er aus privaten Gründen vor einigen Jahren seinen Lebensmittelpunkt aus dem tiefen Südosten der Republik in den Südwesten nach Hockenheim. Doch sowohl Privates mit Familie und Freunden als auch die wertvollen Kontakte zu Geschäftspartnern und Kunden, die guten Verbindungen in die dortige Szene sowie der Plan, im Münchner Raum eine zweite Arbeitseinheit entstehen zu lassen, sorgen dafür, dass seine Verbindungen zur bayrischen Hauptstadt lebendig bleiben.

Paul wuchs als Jüngster von sieben Kindern in einer sehr musikalischen Familie auf und wurde in dieser großen Gemeinschaft früh geprägt durch Songs, Filmmusik und Klassik. Entsprechend begann er bereits als kleiner „Steppke“ seine fundierte Ausbildung. Darüber hinaus war und ist er als neugieriger und akribischer Autodidakt in der dankbaren Situation, dass er auf seinem musikalischen Weg von vielen erfahrenen und renommierten Musikern, Produzenten, Komponisten und Ingenieuren lernen durfte.

Die musikalische Bandbreite von Paul J. Berentzen ist vielfältig: Kinderliederalben und -hörbücher, Imagefilme, Werbung und Game Scores, Musik für „Cinematic Promotion“ (Trailer Scores für Megatrax/Sound Adventures L.A.), für Dokumentation und Film (u. a. mehr als 10 Jahre Teil des Komponistenteams der Composers Club Mitglieder Christoph Weis und Axel Kroell bei „Sturm der Liebe“ / Staffel 7 bis 17), als Sänger die deutsche Stimme für Elton John in der deutschen Synchronfassung von Dreamworks „Der Weg nach El Dorado“ – Paul lebt Musik in all ihren Facetten.

Doch am meisten hat es ihm das bildhafte Storytelling angetan. „Ich liebe das, und jedes mir anvertraute Projekt ist Herzblut“, so Paul. „Denn, was gibt es Schöneres, als das zu tun, was uns wichtig ist – mit bewegten Bildern Geschichten zu erzählen. Und ob kurz oder lang, ob persönlicher, produktbezogener, dokumentarischer oder fiktiver Natur – wir erzählen unsere Geschichten und wollen damit berühren“, so erklärt er seine Leidenschaft für die Komposition.

Eine Pre-Nominierung zum „Hundred Flowers Award“ erhielten Paul und der in der Zeit in Peking ortsansässige Produzent Edi Svoboda 2012 für den Score zu Regisseur Li Lu’s Serie „Shan Zha Shù“ (wörtlich „Weißdornbaum“), einer Geschichte, basierend auf einer wahren Begebenheit, die zur Zeit der chinesischen Kulturrevolution im vergangenen Jahrhundert ihren Lauf nahm. Der Roman, besser bekannt unter den Namen „Under the Hawthorn Tree“ oder „Hawthorn Tree Forever“, war Vorlage und die Verfilmung seiner epischen Liebesgeschichte war das erste Projekt des staatlichen chinesischen Fernsehens (CCTV), für das ein musikalisches Kreativteam der westlichen Hemisphäre arbeiten durfte. Auch unter den Game Scores, die Paul – zum Teil gemeinsam mit Klaus Strazicky, einem Münchner Produzentenkollegen – für „Somatone Interactive“ (Emeryville / San Francisco) komponierte und produzierte, ist ein Score dabei („Azada – Ancient Magic“), der 2009 in den Staaten als „Soundtrack of the Year“ für den Publikumspreis „Zeebys“ nominiert war.

Seit Anfang 2025 ist Paul Mitglied beim CC, war seit dem Mitte 2025 nicht nur beim Kompositions-Wettbewerb „La Mer en Musique“ (Frankreich) für die Musik zu einen Kurzfilm von Regisseur und Unterwasserfilmer Christian Petron zum „Grand Prix Éric Serra“ nominiert, sondern hat in diesem Jahr überdies auch als Mitglied der deutschen Jury für die Auswahl der von euch zahlreich eingereichten Bewerbungen für die diesjährigen „Camille Awards“ der ECSA (European Composer & Songwriter Alliance) fungiert. Eine sehr wichtige Aufgabe, die allen Jurymitgliedern überdies interessante Einblicke in euer musikalisches Schaffen und eure Leidenschaft für die Komposition ermöglicht hat.

Es ist die Aussage des US-amerikanischen Regisseurs Gore Verbinski (u. a. „Fluch der Karibik“), die für Paul eine gute Beschreibung seiner Herausforderung als Komponist darstellt: „Ein guter Film ist wie ein Flugzeug, das man ready to go auf die Startbahn stellt. Doch erst die Musik schafft es, den Flieger abheben zu lassen.“ Und genau darin sieht Paul Aufgabe und Verantwortung: „Mich einzufühlen, den Vibe, den dramaturgischen Leitfaden, die Charaktere und ihre Entwicklung zu erspüren, zu sehen, was nicht zu sehen ist, zu hören, was der Film und seine Geschichte an Musik in sich tragen und all das vor dem Hintergrund der Vorstellungen der Filmemacher*innen durch den Score so intensiv fühlbar zu machen, dass die Zuschauer*innen Teil der von uns geschaffenen Welt werden.“

Als Live-Musiker und Studio-Nerd fing alles an: Paul spielte in und arbeitete mit Bands unterschiedlichster Stilrichtungen, bevor es ihn schließlich in die Welt der Filmmusik zog. Aber auch heute lässt Paul das Studio immer wieder mal hinter sich und spielt live, derzeit mit einem Akustik Duo. „Auch diese wertvollen Bausteine tragen mit ihren intensiven Momenten und ihrer Energie zu dem reichhaltigen Fundus bei, durch den Musik zu einem lebendigen und einfühlsamen Begleiter für die Geschichten wird, die wir erzählen und mit denen wir berühren wollen“, verdeutlicht der Komponist.