Wir stellen vor: unser CC-Mitglied Harry Gutowski!
Es gibt Komponisten
, deren Namen unmittelbar mit einem bestimmten Werk oder einer musikalischen Epoche verbunden sind. Und es gibt jene, deren Arbeit sich durch zahlreiche Genres, Formate und Produktionszusammenhänge zieht, so dass ihr Einfluss oft größer ist, als ihre öffentliche Bekannt-heit vermuten lässt. Harry Gutowski gehört zur zweiten Kategorie. Und das zeigt sich vor allem auch an einem seiner Leitsätze: „Aus der zweiten Reihe!“. Denn auch wenn Harry sehr gerne mit Bands als Sänger und Gitarrist auf der Bühne gestanden hat, so hat er sich nie als Solo-interpret gesehen, sondern eher aus der zweiten Reihe agierend: „Das bedeutete und bedeutet für mich das Komponieren für andere und als Produzent die Dinge aus dem Hintergrund zu gestalten, das war und ist viel mehr meine Welt.“
Harry Gutowski – vom New-Wave-Pionier zum vielseitigen Komponisten und Musikproduzenten
Als Musiker, Komponist, Songwriter und Produzent hat Harry die deutsche Pop- und Medienmusik über Jahrzehnte hinweg mitgestaltet – von der Neuen Deutschen Welle über Fernsehmelodien bis hin zu Filmmusik und Musik für den internationalen Produktionsmusikmarkt. Sein künstlerischer Werdegang ist besonders interessant, weil er zeigt, wie sich musikalische Kreativität mit künstlerischer Zusammenarbeit, technischem Know-how und unternehmerischer Eigenständigkeit verbinden lässt.
Norddeutsche Wurzeln und die ersten Schritte im Rock
Harry Gutowski (bürgerlich: Harald Gutowski) wurde 1951 in Tönning an der Eider (Schleswig-Holstein) geboren und verbrachte seine ersten drei Lebensjahre im benachbarten Friedrichstadt. 1955 folgte der Umzug der Familie nach Hamburg. 1965/1966 erhielt Harry zunächst Gitarrenunterricht beim Musikhaus Gottschling in Hamburg-Eppendorf und setzte diese musikalische Ausbildung bei einigen namhaften Gitarristen (u. a. Karl Allaut) anschließend fort. Nach seinem Schulabschluss und einer kaufmännischen Ausbildung ging Harry 1969 im Rahmen beruflicher Weiterbildung für drei Jahre nach München und London. 1973 zog es ihn jedoch zurück nach Hamburg, zu seinen Freunden und vor allem der Musik! In seinem musikalischen Umfeld standen nun gemeinsames Musizieren, Bandarbeit und die Entwicklung eines eigenen Sounds im Mittelpunkt. Ab 1977 nahm er dann zudem einige Jahre Gesangsunterricht bei der Opernsängerin Aabye Hecker in Hamburg.
Bereits im Jahr 1976 gründete er als Sänger, Gitarrist und Komponist gemeinsam mit seinen Jugendfreunden Joachim Witt und Wolfgang Schleiter die Rockband Duesenberg. Die Gruppe veröffentlichte drei Langspielplatten und erhielt 1980 den Deutschen Schallplattenpreis. Für Harry Gutowski war diese Phase jedoch viel mehr als ein Einstieg in die Musikbranche. Sie bot die Möglichkeit, musikalische Ideen im Zusammenspiel mit anderen Musikern zu erproben und den Weg von der kompositorischen Vorstellung bis zur fertigen Aufnahme kennenzulernen. Anschließend arbeitete Harry als Bassist in der Band von Joachim Witt und war an Tourneen, Fernsehauftritten und Studioaufnahmen beteiligt. Eine Erfahrung, die gerade für Komponisten alles andere als nebensächlich ist. Denn, wer als Instrumentalist in einer Band arbeitet, erlebt unmittelbar, wie Arrangements unter den Händen realer Musiker funktionieren, wie Rhythmusgruppen Spannung erzeugen und wie sich musikalische Ideen im Ensemble ver-ändern – etwas, dass die KI definitiv nicht kann.
Durchbruch mit der Neuen Deutschen Welle
Einem breiten Publikum wurde Harry Gutowski Anfang der 1980er-Jahre durch seine Zusammenarbeit mit Frl. Menkebekannt. Mit „Hohe Berge“ gelang ihm als Produzent und Texter (gemeinsam mit Frl. Menke) ein Top-Ten-Erfolg (komponiert wurde Hohe Berge“ von Frl. Menke selbst). Es folgten weitere Titel wie „Traumboy“ und „Tretboot in Seenot“. Zudem arbeitete Harry unter anderem mit namhaften Künstler*innen wie Juliane Werding, Richard Sanderson, Leichtmatrose, Felix de Luxe und insbesondere mit seinem Freund Joachim Witt, für den er über die Jahre fast ein Dutzend Titel für seine Alben beisteuerte. Harry Gutowski schrieb und komponierte auch für eigene Alben, darunter Sie brauchen Ruhe, Herr Gutowski, Warm Up und Edit Traxx und gründete 1983 den Musikverlag Ed Harry Nova.
Zwischen Fernsehen, Filmmusik und musikalischer Gebrauchskunst
Im Jahr 1989 begann Harry als Musikredakteur bei Sat.1, ab 1992 war er als Komponist und Produzent für das Musikdesign des Senders tätig, unter anderem für Sportformate wie ran und ranissimo und komponierte 1996 die offizielle Stadionhymne des Deutschen Fußballbundes. Hinzu kamen Titelmusiken und Musikproduktionen für Kinderformate und Lernmedien, darunter Projekte im Umfeld der Sendung mit der Maus, TKKG und Was ist was?.
Überdies komponierte Harry für die Fernsehsendung Anne Will (Titelmelodie der Jahre 2007 – 2023) sowie für Dokumentationen des ZDF und der ARD, darunter Die Machtergreifung (2009), Wir Reiseweltmeister (2011) und Kurt Georg Kiesinger (2012). Außerdem entstanden Produktionen für internationale Production-Music-Kataloge. Doch auch die Bühne mit Live-Auftritten rief erneut nach Harry. Und so war er 2015 Teil der bundesweiten Tournee von Joachim Witt (HÄNDE HOCH TOUR 2015).
Auch unternehmerisch hat Harry Gutowski einige Wege beschritten: im Jahr 2000 gründete er gemeinsam mit Partnern GuM audio. media, eine Musikproduktions- und Verlagsfirma in Kooperation mit EMI Music Publishing, 2005 folgte das Label GUM audio, 2006 das Label beziehungsweise die Produktionsfirma Primadonna.
Ihr möchtet noch mehr über Harry erfahren? Dann schaut doch mal auf seiner Homepage vorbei:https://www.harrygutowski.de