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Good Bye 2015 – Hello 2016!

Liebe Mitglieder des Composers Club,

Ihr kennt das ja schon: Am Ende des Jahres sehe ich mich noch einmal für Euch um und fasse die Aktivitäten der letzten 12 Monate zusammen. In insgesamt 30 Newslettern haben wir Euch zeitnah davon berichtet, und wer Lust hat kann auf unserer Website noch einmal nachlesen: https://www.composers-club.de/category/inhalte/newsletter/

Der Composers Club engagiert sich nicht erst seit gestern politisch, jedoch wird die Arbeit in diesem Bereich immer wichtiger und umfangreicher. Ob in London, Brüssel, Zagreb oder Berlin – unsere Vorstände machten sich stark für Eure Rechte auf nationaler und auf europäischer Ebene. Viel Zeit wurde investiert in Vorträge, Podiumsdiskussionen und Round-Table-Gespräche. Besonders deutlich wurde der Wert dieser Arbeit bei der Konferenz der Initiative Urheberrecht zur Zukunft des Urheberrechts (um nur ein Beispiel zu nennen). Es fanden sich hier „Big Shots“ wie EU-Kommissar Günther Oettinger, Justizminister Heiko Maas, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, MdB Renate Künast sowie Spitzenvertreter der Berufsverbände und Repräsentanten der Rundfunkanstalten zusammen. John Groves und Christoph Rinnert konnten am Rande der Konferenz auch persönliche Gespräche mit den Entscheidungsträgern führen. Es geht voran! Der Composers Club ist nun kein unbekannter Verband mehr, unser Input ist gefragt und geschätzt.

Auch mit der GEMA steht der Composers Club in ständigem Austausch. Bei zwei Sitzungen der erweiterten Verteilungsplan-Kommission nahmen Christian Wilckens und Marcus Loeber teil. Der Verteilungsplan soll – wie berichtet – aufgrund der Initiative des Composers Club mit dem Ziel einer gerechteren Verteilung des Senderechts und der mechanischen Rechte überarbeitet werden.

Leider erschienen viel zu wenig Composers Club-Mitglieder zur GEMA-MV 2015 in München. Ob es an den sehr hohen Hotelpreisen oder am Bahn-Streik lag? Am Desinteresse? Es ist in Eurem eigenen Interesse, die Möglichkeit zur Gestaltung der Zukunft wahrzunehmen. Wer 2015 nicht teilnahm, der verpasste z.B. auch die Chance, die Zusammensetzung des Aufsichtsrats mit zu bestimmen, der ja nur alle drei Jahre gewählt wird.
Natürlich litt auch unsere Mitgliederversammlung unter der geringen Teilnehmerzahl. Deshalb  möchten wir Euch schon jetzt einen Termin ans Herz legen: Die nächste Gema-Mitgliederversammlung findet bereits statt am
25. bis 27. April 2016 in Berlin
Unsere eigene Versammlung steigt am 25. April.

Schöne Nachrichten gibt es auch:
Grund zur Freude gab es anlässlich der Berlinale für unser Mitglied Ingo Frenzel: Er erhielt  die Moët & Chandon Grand Scores Auszeichnung für seine Musik zum Film Der Medicus.
Wie schon in den vergangenen Jahren traf sich auch wieder die Filmmusikszene während der Berlinale zum  Empfang, der gemeinsam von Composers Club, Defkom und mediamusic e.V. organisiert wurde. Mehr Gäste als je zuvor konnten begrüßt werden, es gab jede Menge Kontakte, Gespräche und „good vibes“ – ein gelungener Abend!

Unser Mitglied Matthias Frey richtete bereits zum dritten Mal erfolgreich das Bad Emser Filmmusik Festival aus.

Der BR veranstaltete die filmtonart 2015, Vorstandsmitglied Anselm Kreuzer saß dort  bei einem Panel zum Thema Games auf dem Podium.
Bei dieser Veranstaltung war auch  Piratin Julia Reda als Diskussionsteilnehmerin geladen. Auch sie beschäftigte den Composers Club im vergangenen Jahr. Ihre politische Arbeit in Brüssel zur Urheberrechtsreform sorgte für vielerlei Protest bei den Urhebern.  Erstaunlich: Sie wusste offenbar nicht, mit wem sie es bei uns zu tun hatte, bezeichnete sie den Composers Club doch als Industrieverband! Und der Verdacht, dass auf ihrer Website, auf der um Kommentare zu Ihrem Entwurf einer neuen Regelung gebeten wurde, Zensur geübt wurde, konnte nicht entkräftet werden: Ausgerechnet die Beiträge unseres Präsidenten, John Groves, verschwanden auf mysteriöse Weise mehrfach…

Gewiss ist dies nur ein kurzer Abriss der Geschehnisse im Jahr 2015, für Details steht Euch unter o.g. Link  die Website zur Verfügung.

Etwas jedoch steht in keinem Newsletter, und das will ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen:
Alle Vorstände machen ihre Arbeit für den Verband ehrenamtlich, sie zahlen ihre Reisekosten aus eigener Tasche, investieren neben ihrem „Brotjob“ sehr viel Zeit, um Euch und Eure Interessen möglichst umfassend zu vertreten. Dafür möchte ich mich heute selbst zu Eurer Stellvertreterin erklären und in Eurem Namen einen herzlichen Dank für das großartige Engagement der Vorstände  aussprechen.

Eine Bitte hätte ich zum Schluss: Wenn sich an Eurer Adresse, Eurer Bankverbindung oder am GEMA-Mitgliedsstatus etwas ändert (von außerordentlich zu ordentlich z.B.) oder Ihr Auszeichnungen erhaltet, dann informiert mich doch bitte! Danke!

Und nun wünsche ich Euch allen eine fröhliche Weihnachtszeit und einen flotten Rutsch in das nächste Jahr, das bestimmt für Urheber sehr spannend wird!

Mit freundlichen Grüßen aus der Geschäftsstelle
Eure
Eva Bekker

Bericht von der CC-Mitgliederversammlung am 6. April in Berlin

Liebe CCler,
am vergangenen Montag fand im Hotel Estrel in Berlin unsere Mitgliederversammlung statt. Es war eine konstruktive und relativ gut besuchte Veranstaltung, 44 Mitglieder und 5 Gäste nahmen teil. In Kürze hier die Wichtigsten Ergebnisse:
Nach dem üblicherweise am Anfang der Tagesordnung stehenden Kassenbericht, den Reinhard Besser vortrug, entlastete die Versammlung den Vorstand einstimmig. Damit konnten wir zügig zur Neuwahl des Vorstands übergehen.
Sowohl Mickie Duwe als auch Wilbert Hirsch erklärten, dass sie nicht wieder für den Vorstand kandidieren würden. An dieser Stelle sei beiden ein herzlicher Dank für ihr Engagement und die geleistete gute Arbeit in den vergangenen Jahren ausgesprochen! Die anderen „alten“ Vorstände stellten sich erneut zur Wahl, wobei Marcus Loeber aus persönlichen Gründen nicht an der Versammlung teilnehmen konnte aber mitgeteilt hatte, dass er bereit für eine weitere Amtszeit sei. Neue Kandidaten waren Eike Hosenfeld aus Berlin und Dr. Anselm Kreuzer aus Köln.
Der Vorstand wurde in einem Wahlgang einstimmig gewählt. Gratulation an alle, ein kleiner Sonderapplaus geht an die „Neuen“, die sich nun den ihnen noch unbekannten Herausforderungen stellen wollen. So setzt sich der Vorstand nun zusammen (alphabetisch geordnet): Reinhard Besser, John Groves, Hans Hafner, Eike Hosenfeld, Dr. Anselm Kreuzer, Marcus Loeber, Andreas Lucas, Christoph Rinnert und Christian Wilckens.
Im Anschluss wurde über den Antrag zur Satzungsänderung abgestimmt. Auch hier gab es Zustimmung. Die Änderung ermöglicht nun eine Fördermitgliedschaft ohne Stimmrecht im CC zu erwerben. Die Neufassung der Satzung wird in wenigen Tagen online nachzulesen sein.
Da alle Anwesenden konzentriert dabei waren, kamen wir gut voran und hatten noch ein wenig Zeit, bevor die Vertreter der GEMA eintrafen. Diese Zeit wurde zum Gedankenaustausch zur anstehenden GEMA-MV genutzt.

Statt der angekündigten zwei Vertreter der GEMA kam ein ansehnliches Aufgebot: Der GEMA-Vorstand Herr Oeller, der Verwaltungsdirektor Dr. Brandhorst, der Justiziar Dr. Holzmüller und der Direktor Sendung und Online Herr Steiner. Sie stellten sich geduldig den Fragen der CCler, die sich weitgehend um den Antrag 10 drehten. Auch unsere Justiziarin, Dr. Rossbach, nahm an der Frage-und-Antwort-Runde teil. Knapp zwei Stunden lang wurde in freundlicher Stimmung sachlich debattiert, im Wesentlichen sprachen Christian für den CC und Dr. Holzmüller für die GEMA.

Die Frage, ob der bisherige Verteilungsplan rechtswidrig sei, wie behauptet wurde, wurde ausweichend – also de facto nicht beantwortet. Auch die Frage, ob das DPMA angeordnet habe, dass im Falle der Ablehnung des Antrags keine Ausschüttung erfolgen dürfe, wurde nicht eindeutig beantwortet. Auch konnten die Vertreter der Gema uns nicht sagen, wie sehr sich der Radio-Minutenwert durch Anwendung der Kulturfaktoren reduziert. Dr. Holzmüller räumte ein, dass etwaige gravierende Einbußen Legitimationsprobleme nach sich ziehen könnten. Dr. Brandhorst stellte in Aussicht, eine Berechnung bis zur MV vorzunehmen, musste dann aber bei der MV zugeben, dass eine solche Berechnung sich schwierig gestalte.
Die von uns angefragten (aber im Vorweg nicht gelieferten) Prognosen für TFS hat Dr. Brandhorst am Morgen der Kurienversammlung (Dienstag) nachgereicht. Allerdings geht aus diesen hervor, dass die Berechtigten in der Sparte TFS – über die ursprüngliche Prognose der GEMA hinaus – eine Einbuße von weiteren 10 % erwarten müssen.
Herr Dr. Holzmüller gab klar zu erkennen, dass uns weitere gewichtige Abstimmungsprozesse zu Verteilungsfragen – auch in Form von Optimierungen der Rundfunkverteilung – in den nächsten Jahren bevorstehen. Der CC wünscht sich hier (Beispiel Radio-Minutenwert) umfangreichere Berechnungen und Zahlen als Grundlage der Entscheidungsprozesse. Auch wünscht sich der CC einen Verzicht auf vernebelnde Berechnungen. So hatte Herr Dr. Holzmüller ausgeführt, dass
sich für mehr als 90 % (92% bei den Komponisten, 95% ist der Durchschnitt über alle Kurien) der Gema-Mitglieder durch die Verteilungsreform keine Abweichungen von mehr als 500 Euro ergeben. Diese Berechnung ist angesichts der Vielzahl von Mitgliedern, die fast kein oder gar kein Aufkommen haben, regelrecht irreführend. Angemessen wäre eine Angabe in Prozent-Abweichungen gewesen. Wer von gewohnten 500 Euro im Jahr 250 Euro verliert, verliert schließlich 50 %!
Um 19:30 Uhr haben wir dann die Sitzung beendet, die letzten beiden Punkte auf unserer Tagesordnung entfielen aus Zeitgründen. In einem weiteren Newsletter, der noch folgen wird, werden wir Euch dann von der GEMA- Mitgliederversammlung berichten.
Mit freundlichen Grüßen
Euer Vorstand